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Leserbrief im STANDARD: Verbales Schüttbild von Adolf Frohner | |||||
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Verbales Schüttbild von Adolf Frohner Eine scharfe Stellungnahme aus der Professoren-Riege an der Universität für angewandte Kunst: Nun haben sie eine stabile Mehrheit! Wer? Sie, die! Sie, die auf der Haider-Seite spielen, haben nie gelogen, dafür sind sie auch zu eindimensional angelegt. Gaugg (N.A.Z.I.-Buchstabierer), Mölzer (Umvolkung), Krüger (KZ ist ein Straflager), Haider (was wollen Sie hören?...) haben sich nie verschwiegen. Ich bin nicht überrascht über Jörg Haider. Dieser hat immer das ejakuliert, was die braune Erbmasse ihm ins Geschlecht gedrückt hat und von den neben ihm Rülpsenden habe ich niemanden bemerkt, den man sich hätte merken müssen. Obszön sind nur die christlichen Purzelbäume der Schüssels und Kohls und Moraks, die dabei ihre lichtlosen Weichteile bloßlegen, sich um der Macht willen in jeder Jauche wälzen und dabei von Vaterland, Heimatboden und Bürgerspflicht orgeln. Die Obszönitäten bei dieser, als Muppet-Show inszenierten, Regierungsangelobung, lässt für die Künstler dieses Landes nichts Gutes ahnen. Schämt sich der zum Kunst-Staatssekretär-Darsteller aufmassierte Franz Morak nicht, neben dem Jelinek-Anschleimer und KZs-als-Straflager-Verharmloser Michael Krüger stehen zu müssen. Eine lobende Erwähnung von Kultur-Schlaglicht Mölzer ist ihm sicher. Oder hat er seine "Haider raus aus der Polititk"-Rufe schon vergessen? Enttäuschend auch die Haltung von Frau Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, die es bisher immer vor Ekel geschüttelt hat, wenn es Annäherungsgerüchte zwischen Volkspartei und Freiheitlichen gegeben hat. Mir hat sie, vor Zeugen, in die Hand versprochen, dass das "denkunmöglich" sei. Man muss sich über die geistige Korruptheit der Volkspartei aufregen, die im vollen Wissen der Folgen (Außenministerium) ein Land über die blaue Klinge springen lässt. Da wird auch der "Opus Dei" nichts mehr planieren können. Kardinal Schönborn lässt zwar beten, erklärte er Eitelkeit zur Todessünde, würde Wolfgang Schüssel viel zu beichten haben. Für wen lässt übrigens Bischof Krenn beten? Für Pröll, für Haider, für Mölzer oder für Krüger; und schließt er auch den Nazi-Gaugg in sein Gebet ein. Im Namen Gottes wurde das meiste Unheil auf der Welt gerechtfertigt. Auch der Führer berief sich oft auf den Herrgott und die Vorsehung. Dazu kann man jetzt nur sagen: "Gott sei uns gnädig." Beschmutzt vom braunen Ejakulat sind nun alle Volksparteiler. In christlicher Demut werden sie es tragen und auf himmlischen Lohn hoffen. Aber wahrscheinlich werden ihnen im Irdischen schon die Augen geöffnet.
Adolf Frohner, Zuerst erschienen: Der Standard, 9.2.2000 | |||||