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Industriellenvereinigung die Strategen des Sozialabbaus

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  Das Gebäude der Industriellenvereinigung in Wien wurde am 11. 2. 2000 kurzfristig besetzt

Für 35 Milliarden Umverteilung nach oben wird auch negative Presse gerne in Kauf genommen

Oberflächlich betrachtet tritt eigentlich genau das ein was heutzutage gefürchteter ist als eine biblische Plage: der Standortnachteil...

  • Österreich steht als Nazi-Land da;
  • Der Tourismus sieht sich von Stornierungswellen bedroht;
  • Um der internationalen Öffentlichkeit den Unterschied zwischen rechten Rüpeln und "richtigen Nazis" zu erklären, müssen sauteure Inserate geschalten werden.
Trotzdem ist die IV voll des Lobes über die neue Regierung. Was veranlaßt die Industriellenvereinigung als zielorientierte und pragmatische Kapitallobby zu diesem Agieren? Die heftigen Reaktionen des Auslandes können getrost als "Anlaufverluste" gesehen werden. Immerhin sind schon lange gestellte Forderungen der Industriellenvereinigung fast wortwörtlich ins Regierungsprogramm übernommen worden:

  • Mit der Senkung der Lohnnebenkosten werden dem Kapital Geldgeschenke in Milliardenhöhe gemacht.
  • Die gewerkschaftliche Interessensvertretung soll von der kollektivvertraglichen Ebene auf die betriebliche Ebene verlagert werden. Die Gewerkschaften sollen zu einer Föderation von Belegschaftsklassensprechern mutieren.
  • Wie schon zu Zeiten des Faschismus werden die Belange der Arbeitsmarktpolitik in das Wirtschaftsministerium integriert. Minister Bartenstein will "das Klischee überwinden, daß es einen Gegensatz zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber gibt". Die Volksgemeinschaft läßt grüßen...
  • Die Universitäten werden "ermächtigt" Studiengebühren einzuheben.
  • Die Krankenkassen werden "ermächtigt" bis zu 20% Selbstbehalt bei Arztbesuchen einzuheben (=Krankensteuer).
  • Mittels des Saisonniersmodells sollen ausländische ArbeiterInnen als rechtlose Manövriermasse dafür sorgen, daß Billiglohnbranchen auch weiterhin Billiglohnbranchen bleiben.
  • Durch die Verpflichtung Langzeitarbeitsloser zu Arbeitsdiensten, sollen diese gezwungen werden jeden noch so miesen Job anzunehmen.
  • ArbeiterInnen, die aufgrund mieser Arbeitsbedingungen nicht die Kraft haben 40 Jahre lang zu arbeiten, werden mit Pensionseinbußen bis zu 20% bestraft.
Einer Regierung die nichts anderes ist als der geschäftsführende Ausschuß der Industriellenvereinigung werden neonazistische Äußerungen und Rassismus gerne nachgesehen.

Wir leisten Widerstand gerade weil wir die neue Regierung nach ihrem Programm beurteilen.

Wir leisten Widerstand weil der "soziale Friede" von all jenen eingefordert wird, die seit Jahren Klassenkampf von oben führen.

Wir leisten Widerstand gegen die Industriellenvereinigung, weil wir wissen: "Das Kapital schafft an, wir zahlen (drauf)"


Zuerst erschienen: 11.2.2000