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- Reimund Abraham, Tiroler Architekt und Architekturprofessor in New
York hat, wie angekündigt, die österreichische Staatsbürgerschaft
zurückgelegt. (ORF 11. 2. 00)
- Ingeborg Bachmanns ErbInnen haben die Verwendung des Namens der
Schriftstellerin bis auf weiteres verboten. (siehe dazu http://www.awadalla.at/el/bachmann.html)
- Sylvain Cambreling, Dirigent, will seine Verpflichtungen beim
Wiener Klangforum und bei den Salzburger Festspielen nur noch bis Ende
der laufenden Saison wahrnehmen und Österreich ab September meiden.
(ORF, 7. 2. 2000)
- Claudia Cardinale lehnt Richard Lugners Einladung zum
Opernballbesuch ab. Sie sei Schauspielerein und nicht ein politisches
Versatzstück, sagte sie. (ORF, 9. 2. 00)
- Georg Danzer, Liedermacher, findet, dass "die ausländischen
Künstler Österreich boykottieren sollten. Boykott ist ein
schmerzhaftes Lehrmittel." (ORF, 7. 2. 2000)
- Catherine Deneuve, Schauspielerin, hat ihren geplanten
Opernballbesuch abgesagt. (Mannheimer Morgen, 8. 2. 2000)
- Valie Export, Medienkünstlerin, will entgegen früheren Meldungen
den OskarKokoschka-Preis doch annehmen, aber nur aus der Hand der
Jury. Die Übergabe durch einen Minister der momentanen
ÖVP/FPÖ-Regierung lehnt sie ab. Denn es sei ihr ein "unerträglicher
Gedanke,von einer Regierung ausgezeichnet zu werden, in die aus
machtopportunistischen Gründen rechtsextreme, das Andere
diskriminierende und somit auch kunstfeindliche Positionen aufgenommen
werden". Der Kokoschka-Preis ist die am höchsten dotierte Auszeichnung
(250.000 Schilling) für bildende Kunst in Österreich und wird seit
1980 alle zwei Jahre von der Bundesregierung verliehen. (Stuttgarter
Nachrichten, 8. 2. 2000, taz, 11.2.00)
- Asher Fisch, Musikdirektor der Volksoper, verläßt im Sommer
Österreich. (Format, 8. 2. 2000)
- Robert Fleck, in Frankreich lebender österreichischer Kurator und
Ex-Kunstberater des Bundes, stornierte seine Mitarbeit an der für
Herbst geplanten Exposition junger heimischer Kunst in der Kunsthalle
Wien. (Format, 8. 2. 2000)
- Elfriede Jelinek, Autorin, verhängt ein Aufführungsverbot für ihre
Stücke in Österreich. (ORF, 7.2. 2000)
- Paulus Manker, Regisseur: "Wenn Schüssel oder Haider künftig im
Theater sitzen, sage ich sofort die Vorstellung ab. Für solche Leute
spielen wir nicht." (Format, 8. 2. 2000)
- Gerard Mortier, künstlereischer Leiter der Salzuburger Festspiele,
hat aus Protest gegen die neue Regierung seinen vorzeitigen Rückzug
angekündigt. (Mannheimer Morgen, 8. 2. 2000)
- Lou Reed hat wegen der innenpolitischen Situation in Österreich
sein Wien-Konzert abgesagt. (ORF, 12. 2. 00)
- Salman Rushdie, mit dem österreichischen Staatspreis für
europäische Literatur ausgezeichneter Schriftsteller: "Die EU muss vor
ihrer eigenen Tür kehren, denn die Hündin, die Hitler in sich trug,
ist wieder läufig. Es wäre oberflächlich, den Sieg Haiders nur als
Sieg des Bösen über das Gute zu betrachten. Der Erfolg ist mit den
Schwächen des Systems verbunden, das sie zu ersetzen oder zumindest zu
kontrollieren versuchen." (La Liberacion, 6. 2. 2000)
- Hortensia Völckers, Co-Direktorin der Wiener Festwochen, fürchtet
neben der politischen uch eine künstlerische Isolation. (ORF, 7. 2.
2000)
- Die Schule für Dichtung hat aus Protest alle für heuer an
österreichischen Orten geplanten Klassen und Lehrveranstaltungen
abgesagt und deren Auswanderung ins Internet angekündigt. (Aussendung
der Schule für Dichtung, 6. 2. 2000)
- Zahlreiche französische Intellektuelle, Cineasten, Verleger,
Schriftsteller und Professoren "rufen die Künstler aller Disziplinen
und aller Länder dazu auf, ihre Beteiligung an jedweder künstlerischen
oder intellektuellen Veranstaltung zu verweigern, die in Österreich
stattfindet oder eine Verbindung mit seiner Regierung hat". (ORF, 7.
2. 2000)
- Ein französicher Fernsehsender nahm Filme über Österreich aus dem
Programm. (ORF, 8. 2. 2000)
- Rund 200 österreichische Filmschaffende haben anläßlich der
Berliner Filmfestspiele öffentlich gegen Jörg Haider protestiert. In
einem von Filmemachern, Filmproduzenten und anderen Vertretern der
Filmbranche unterzeichneten Schreiben wird unter einem fettgedruckten
"NEIN!" vor Menschenverachtung und Rassismus, vor der Verharmlosung
der nationalsozialistischen Vergangenheit, vor antieuropäischem
Provinzialismus sowie der Diffamierung von Kulturschaffenden gewarnt.
(ORF, 11. 2. 00)
- Ein ausländischer Sponsor hat sich auf Grund der politischen
Situation in Österreich bereits vom steirischen Herbst zurückgezogen.
Das bedeutet den Wegfall von 2,8 Millionen Schilling für das Festival.
(ORF, 11. 2. 00)
Zuerst erschienen: www.awadalla.at, 9.2.2000
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