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Der religiöse Markt ist wirr und treibt durchaus
problematische Blüten. Kritik an Sekten muß daher nicht
notwendigerweise ausschließlich im Interesse der etablierten
Kirchen stattfinden. Das meint auch die Journalistin El Awadalla, die
ein demnächst erscheinendes Buch über Sekten in Österreich
verfaßt hat. Auch der säkuläre Staat hat legitimes
Interesse daran, daß seine Grundlagen gesichert bleiben. Dennoch
darf es sich der Staat nicht zu einfach machen.
Gesellschaft und Staat sehen sich zwei Aufgaben gegenüber:
- der Notwendigkeit, möglichst tolerant den
weltanschaulichen Institutionen gegenüber zu sein;
- der Verpflichtung, Gefährdungen des Rechtsstaates und der
Menschenrechte durch religiös verbrämten Mißbrauch
hintanzuhalten.
Otto Friedrich, Religion
im säkulären Staat, Die Furche 31/1997
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